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Landesgesundheitsminister Laumann in Oberberg

Zur Diskussion, wie medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichergestellt werden kann, hatte Bürgermeister Jörg Bukowski, Gemeinde Morsbach, Landesgesundheitsminister Laumann sowie lokale Akteure im März 2018 eingeladen.

 

Nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister und dem Eintrag des Ministers in das goldene Buch der Gemeinde folgte eine Vorstellung der Vorhaben, die seitens der Gemeinde unternommen werden, um drohender Unterversorgung in der Region zu begegnen.

Während der sich anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert durch Prof. Dr. Wolfgang Goetzke (Geschäftsführer Regionales Innovationsnetzwerk Gesundes Altern), stellten sich viele drängende Handlungsbedarfe dar. Dr. Johannes Schlechtingen, Hausarzt, schilderte die dramatische Versorgungssituation im Kontext freier Hausarztsitze und der damit einhergehenden höheren Arbeitsbelastung für sich und der in Oberberg tätigen Kollegen. Auch Birgit Klein-Schlechtingen bestätigte den weiter steigenden Fachkräftemangel aus Ihrer Krankenpflegepraxis. Viele Überstunden in den Praxen vor Ort und die Attraktivität der Großstädte halten viele Nachwuchskräfte davon ab, in der Region zu arbeiten oder sich dort niederzulassen. Aus Sicht der Physiotherapie berichtete Daniela Dahlenkamp. In ihrer Praxis sind Termine Wochen im Voraus ausgebucht. Auch sie beklagt einen Nachwuchsmangel und appelliert insbesondere die hohen Kosten der Ausbildung in Angriff zu nehmen.

Im Rahmen seiner Stellungnahme versicherte der Minister, dass sich die vorgenannten Themen auf der aktuellen politischen Agenda wiederfinden und einiges unternommen werde, um den Versorgungsdefiziten entgegen zu wirken. Die Vorhaben des Ministeriums sollen dabei folgendes umfassen:
-    Einführung von Professuren für Allgemeinmedizin, um Hausärzte auszubilden,
-    Erhöhung der Ausbildungsplätze in der Kranken- und Altenpflege,
-    schnellere Einbindung von pflegerischem und medizinischem Personal aus dem Ausland,
-    Bemühungen für die Abschaffung des Schulgeldes in der Physiotherapie.

Sollten die vorgenannten Ansätze nicht greifen, könne der Minister sich ebenfalls eine Einbindung der stationären Versorger für die Sicherung der hausärztlichen Versorgung vorstellen. Den Einsatz innovativer Ansätze unter Hinzunahme auch telemedizinischer Lösungen begrüßt er. Hierzu schloss sich die Aussage des Kreisgesundheitsdezernenten Ralf Schmallenbach an: der Oberbergische Kreis ist mit dem Projekt „Oberberg_FAIRsorgt“ Antragsteller beim Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses und strebt damit ein innovatives Versorgungsmodell für die Region an.

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